6. Härtefall, Steuervorteil und weitere Sparoptionen
Neben Ratenzahlung, Kredit und Zahnzusatzversicherung gibt es weitere Möglichkeiten, die finanzielle Belastung eines Zahnimplantats zu senken. Drei davon sind besonders relevant.
Härtefallregelung: wenn die Kasse mehr zahlt
Patienten mit geringem Einkommen können die sogenannte Härtefallregelung beantragen. In diesem Fall übernimmt die gesetzliche Krankenkasse 100 Prozent der Regelversorgung statt der üblichen 60 Prozent. Bei einer Einzelzahnlücke steigt der Kassenzuschuss damit auf 921,60 Euro.
Die Einkommensgrenzen liegen bei 1.582 Euro monatlich für Alleinstehende und bei 2.175,25 Euro mit einem Angehörigen. Für jeden weiteren Angehörigen kommen 395,50 Euro hinzu. Liegt das Einkommen knapp über der Grenze, greift die gleitende Härtefallregelung: Der Eigenanteil wird auf das Dreifache der Differenz zur Grenze begrenzt.
Wichtig: Auch im Härtefall bezuschusst die Kasse nur die Regelversorgung. Die Mehrkosten für ein Implantat gegenüber einer Brücke tragen Sie selbst.
Implantat-Kosten von der Steuer absetzen
Den Eigenanteil für ein Zahnimplantat können Sie als außergewöhnliche Belastung in der Steuererklärung geltend machen. Die tatsächliche Ersparnis hängt von Ihrem persönlichen Steuersatz, Familienstand und Einkommen ab. Voraussetzung ist, dass die sogenannte zumutbare Eigenbelastung überschritten wird. Erst dann wirkt sich der Betrag steuermindernd aus. Sammeln Sie alle Rechnungen und Belege, auch Fahrtkosten zum Zahnarzt können Sie angeben.
Weitere Wege, die Kosten zu senken
Unabhängig von der Finanzierungsform können Sie die Gesamtkosten gezielt beeinflussen.
- Zweitmeinung einholen: Lassen Sie sich von einem zweiten Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan erstellen. Oft unterscheiden sich die Angebote deutlich.
- Uni-Klinik als Option: Zahnkliniken an Universitäten bieten Implantat-Behandlungen zu reduzierten Kosten an. Die Behandlung dauert häufig länger, wird dafür aber von erfahrenen Spezialisten begleitet.
- Materialwahl prüfen: Nicht immer ist das teuerste Implantatsystem das beste für Ihren Fall. Sprechen Sie mit Ihrem Zahnarzt über Alternativen, die medizinisch gleichwertig, aber günstiger sind.
Wer mehrere dieser Optionen kombiniert, etwa Bonusheft, Steuervorteil und eine Zweitmeinung, kann den tatsächlichen Eigenanteil erheblich reduzieren.
Eine weitere Möglichkeit um Kosten zu senken ist eine Behandlung im Ausland. Details zu Preisen und Erstattung finden Sie in unserem Ratgeber
Zahnimplantat im Ausland
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Quellen:
AOK